Cashboard-Logo-PresseWichtig: Cashboard ist mittlerweile insolvent, die Guthaben selbst sind davon aber nicht betroffen. Wir haben unser Geld (nach der Auflösung des Testkontos) relativ schnell von eBASE nach der Kündigung wieder ausbezahlt bekommen. Probleme gab es dabei nicht. Lediglich ein kleiner Teil des Guthaben (50 Euro) liegt noch in einem länger laufenden Fond. Auch wenn die Firma mittlerweile insolvent ist, die Sicherheit der Gelder (die oft angesprochen wurde) ist zumindest gegeben. 

Cashboard – Online Anlagekonto im Test – Cashboard macht derzeit im TV sehr viel Werbung mit dem Slogan „Less Bank, more Cash“ sowie dem Versprechen auf 50 Euro Startguthaben. Das Konto kann unter www.cashboard.de eröffnet werden und richtet sich ausschließlich an Online-Kunden. Allerdings braucht man etwas um zu verstehen, was Cashboard wirklich ist. Es geht dabei nicht um ein reines Depotkonto oder um ein Girokonto sondern um ein Depot mit stan­dardisierten Wert­papieranlagen, die derzeit in drei Varianten vorliegen. Je nach Anlageform kauft man mit seinem Geld Anteile an einem vor drei Wertpapierdepots.

Erfahrungen mit Cashboard: Stand 22.10.2016

cashboard-gewinnDie Geldanlage bei Cashboard erfolgte zum 22.10.2016 – mittlerweile liegt das Geld also ein Jahr beim Unternehmen. Es ist daher an der Zeit zu schauen, wie sich die entwickelt hat.

Wie man an nebenstehender Grafik sehen kann, beläuft sich der Gewinn über das Jahr auf 7.35 Euro oder 0.98 Prozent. Das ist zwar kein Verlust, aber im Vergleich mit anderen Anlageformen doch etwas enttäuschend. Für weniger als 1 Prozent Rendite muss man an sich nicht auf neue Anbieter wie Cashboard zurück greifen, das können auch normale Depots der Banken und Sparkassen.

Es hilft da auf jeden Fall die Mindestrendite von 2 Prozent aber ganz ehrlich: ein Depot, das weniger als ein Prozent abwirft, aber zwei Prozent auszahlt wird wohl nicht lange so funktionieren können. Unser Test-Debot ist daher jetzt wieder aufgelöst bzw. befindet sich in der Auflösung.

Erfahrungen mit Cashboard: Stand 02.08.2016

Der Kontostand unseres Testdepots liegt derzeit bei 1067.81 Euro (Anlagevariante entspannt). Im Vergleich zu den eingezahlten 1.000 Euro Ende 2015 sind das immerhin 67.81 Euro mehr. Allerdings entfallen bereits 50 Euro auf die Prämie für die Einzahlung und sind damit keine direkten Erträge aus dem Depot. Trotzdem sind auch die 17.81 Euro immerhin eine Rendite von knapp 2 Prozent auf das Jahr gerechnet.

Trotz der Turbulenzen an der Börse, bei den Währungen und auch auf dem Kapitalmarkt hat sich das Depot damit durchaus gut geschlagen. Es ist keine Toprendite, die an dieser Stelle erwirtschaftet wurde, aber immerhin 2 Prozent in Zeiten, in denen es bei Geldanlagen ohnehin kaum Zinsen gibt. Von daher kann man nach fast einem Jahr konstatieren, dass die 2 Prozent Geldanlage realistisch waren, Wunder sollte man aber auch von Cashboard nicht erwarten. Bleibt dann natürlich die Frage, warum man zum Anbieter wechseln soll, denn sichere Wertpapierfonds mit ca. 2 Prozent Rendite gibt es auch anderswo.

Etwas merkwürdig, aber an sich kein Problem: Cashboard weist unseren Gewinn im Depot nur mit 15.98 Euro aus, obwohl es laut Kontostand 17,81 Euro sind. Das wirkt etwas verwirrend, aber solange der Kontostand ausgezahlt wird, ist die Differenz kein Problem.

Die Sicherheit bei Cashboard

Die Einlagensicherung greift auch bei Cashboard – zumindest für den Teil des Geldes, der nicht angelegt ist. Cashboard schreibt dazu in den FAQ:

Die ebase® ist eine lizenzierte deutsche Universalbank mit mehr als 250.000 Kunden und über 10,5 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen. Sie ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. angeschlossen und unterliegt der ständigen Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Bei einer Anlage in die standardisierten Depots greift dieser Schutz aber nicht mehr. Man erhält dann die Wertpapiere zu dem Kurs der gerade gehandelt wird. Finanztest schreibt dazu:

Eine Garantie wie bei einer Zins­anlage ist selbst für Beträge bis 10 000 Euro nicht vorhanden. Ob die Garantie am Ende greift, hängt von der Firmen­entwick­lung und der Zahlungs­fähig­keit von Cashboard ab. Geht der Anbieter pleite, ist nur der Depot­inhalt bei der Augs­burger Aktien­bank als Sonder­vermögen geschützt. Sein aktueller Wert kann aber unter den Kauf­preisen liegen.

Diese Einschränkung sollte man kennen und sich darüber im klaren sein, dass man hier ein mehr oder weniger großes Risiko eingeht.

Der Cashboard Werbespot

https://www.youtube.com/watch?v=SC2OVdRAdRI

Kontoeröffnung – ein langer Weg

Im Vergleich mit anderen Online-Anbietern (allerdings für Girokonten) wie number26 oder Fidor Smart dauerte die Kontoeröffnung bei Cashbord recht lange. Die Anmeldung auf www.cashboard.de gibt es fix und auch der PostIdent ging zwar relativ schnell (andere Formen der Identifizierung werden nicht angeboten) aber danach dauerte es lange bis das Anlage-Konto einsatzfähig war.

Vom PostIdent bis zur Eingangsbestätigung dauerte es nur 2 Tage. Danach passierte eine Woche nichts. Erst dann kam eine Mail von einer Maria, das unser Konto bei der Partnerbank (eBASE) eröffnet wäre. Aber erst nochmal 4 Tage später war der Login möglich und es ließ sich Geld einzahlen. Das Geld wurde zwar recht schnell auf dem Konto angezeigt, es daher aber nochmal 5 Tage bis man es nutzen konnte. Im Account kam immer die Fehlermeldung „Ihr Auftrag wieder bereits verarbeitet„.

Die komplexe Konstruktion von Cashboard scheint hier negative Folgen zu haben.

anlegerinfo-cashboardEin Klick – und viele Fragen

Prinzipiell ist die Geldanlage nach der Eröffnung des Kontos recht simpel. Per Mausklick wählt man aus drei Anlageprofilen (Kapitalschutz, Ausgewogen oder Rendite) aus. Die Anlageformen unterscheiden sich dabei durch den Zins und – das merkt man aber nicht direkt – natürlich auch durch das Risiko. Den Anlegern wird beim Kauf zu allen Fonds/Wertpapieren eine Information angeboten, die aber so umfangreich ist, dass nur wenige Anleger das durchschauen dürften.

Die Informationen dürften den gesetzlichen Forderungen nach Beratung genügen – als Kunden ohne Vorkenntnisse ist man an dieser Stelle aber komplett überfordert.

Unser Fazit

Die zwei Prozent Mindestverzinsung von Cashboard hören sich zwar gut an, sind aber wohl in erster Linie als Marketinginstrument gedacht. Man kann über das Cashboard Konto relativ einfach Geld in verschiedene Anlage-Varianten investieren, muss aber als Kunden darauf vertrauen, das Cashboard hier bereits eine gute Vorauswahl getroffen hat. Änderungen sind nicht möglich, wohl aber ein Wechsel der Anlagevariante.

Vertrauen ist also die Grundlage bei diesem Konto und wer Cashboard vertraut kann sicher auch Gewinne machen, wer gerne hundertprozentige Sicherheit haben will, ist allerdings falsch.

By | 2017-07-10T18:56:45+00:00 Juli 10th, 2017|Allgemein, Testberichte|0 Comments

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