Für den Online-Zugang zum Kundenbereich einer Bank gibt es in der Regel sowohl ein Passwort als auch einen Nutzername oder eine Zugangsnummer. Diese Daten werden mehr oder weniger oft genutzt und es kann durchaus passieren, dass diese verloren gehen. Was passiert in einem solchen Fall und welche Kosten darf eine Bank für die Zusendung neuer Zugangsdaten verlangen?

Die Postbank hat sich über ein solches Thema mit einem Kunden gestritten – dabei ging es um ganze 6 Euro, die von der Bank in Rechnung gestellt wurden. Auch wenn es in diesem Fall konkret um die Postbank geht: ähnliche Fälle und Konstellationen kann man sich auch bei vielen anderen Instituten und deren Kunden vorstellen.

Im Lawblog heißt es zu dem Fall:

Ein Kunde hatte die Bank über das Online-Banking gebeten, ihm seine Postbank-ID mitzuteilen, die er verlegt hatte. Für die Nachricht legitimierte sich der Kunde auch mit einer TAN. Die Postbank wusste also, dass sie mit dem Richtigen korrespondiert. Trotzdem machte das Geldhaus die Übersendung der ID davon abhängig, dass sich der Kunde sechs Euro berechnen lässt. Die Postbank ließ es auf eine Klage vor dem Amtsgericht Bonn ankommen. Der Kunde argumentierte, die Postbank-ID sei ein personenbezogenes Datum. Deshalb stehe ihm nach § 34 BDSG ein Auskunftsanspruch zu. Nach dieser Rechtsgrundlage kann jedermann verlangen, dass er über die zu seiner Person gespeicherten Daten Auskunft erhält, und zwar kostenlos, begrenzt auf einmal im Jahr. 

Interessant ist, dass die Postbank in diesem Fall ein Urteil vermied. Man ließ es also gar nicht erst auf einen Richterspruch ankommen, sondern schickte dem Kunden seine ID für den Online-Zugang und übernam auch die bisher dahin angefallenen Kosten für den Rechtsstreit. Das ist natürlich gut für den Kunden, hat aber für alle anderen Verbraucher den Nachteil, dass es keine Rechtssprechnung zu diesem Thema gibt. Es ist aber auf jeden Fall ein positives Signal, wenn die Bank so umkehrt, denn es scheint durchaus Gründe zu geben, warum man ein Urteil in diesem Bereich lieber vermeiden will.

Wer auch von solchen Gebühren betroffen ist, sollte also auf jeden Fall nachfragen, ob man an der Stelle wirklich kassieren möchte. Vielleicht lenkt die eigene Bank ja auch ein.

By | 2017-08-16T10:07:33+00:00 August 16th, 2017|Allgemein, Urteile|0 Comments

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