Arbeitnehmersparzulage und Vermögenswirksame Leistungen werden oft synonym gebraucht, dabei bezeichnen sie zwei unterschiedliche Vorgänge. Die Arbeitnehmersparzulage ist faktisch der Bonus, den der Staat für Sparen (beispielsweise per vermögenswirksamen Leistungen) zahlt. Ziel ist es dabei die Beschäftigen zum Sparen anzuhalten und dafür gibt es eine Prämie, die einmal im Jahr zusätzlich ausgeschüttet wird. Die Höhe dieser Prämie ist abhängig von der Art der Anlage und der Höhe der jährlichen Sparleistung. Besonders häufig ist die Arbeitnehmersparzulage bei Bausparverträgen oder bei den betrieblichen Formen der Altersvorsorge anzutreffen.

Die Höhe der Arbeitnehmersparzulage berechnet sich wie folgt:

Bis zu 400 Euro pro Jahr oder 20 Prozent der Sparleistung bei

  • Spar- oder Kaufverträgen von Wertpapieren oder Beteiligungen

Bis zu 470 Euro pro Jahr oder 9 Prozent der Sparleistung bei

  • Aufwendungen für wohnwirtschaftliche Anlageformen (Bausparvertrag etc).

Die Arbeitnehmersparzulage wird allerdings nur gezahlt, wenn gewissen Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Diese liegt derzeit bei 17.900 Euro zu versteuerndem Einkommen bei Einzelpersonen und bei 38.800 Euro bei Ehepaaren.

Die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage erfolgt in der einfachsten Form mit der jährlichen Einkommensteuererklärung über das Finanzamt. Dazu gibt es eine spezielle Anlage VL. Diese wird in der Regel durch die Kreditinstitute verschickt, kann aber auch separat nochmal beim Finanzamt angefordert werden. Bei einer elektronischen Steuererklärung ist diese Anlage ohnehin bereits mit dabei.

Wichtig: Der Antrag auf Arbeitnehmersparzulage muss spätestens vier Jahre nach Ablauf des Sparjahres gestellt werden sonst verfällt der Anspruch für dieses Sparjahr.

Mit der Arbeitnehmersparzulage kann man auch in Zeiten niedriger Zinsen Vermögensaufbau generieren, da die Zulage unabhängig von den Zinsen und dem allgemeinen Zinsniveau ist. Die Arbeitnehmersparzulage ist aber in erster Linie für Gering- bis Normalverdiener gedacht. Bei zu hohen Gehältern (ab etwa 1500 Euro Netto monatlich) fällt man als Arbeitnehmer aus den Gehaltsgrenzen heraus.

By | 2017-05-22T11:52:57+00:00 Juli 13th, 2015|Allgemein|0 Comments

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