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Typisch deutsch – Bausparen für das eigene Haus

Bausparen und Bausparverträge – Bausparen galt lange Zeit als der Königsweg zum eigenen Wohneigentum und ist nach wie vor durchaus populäre. Beim Bausparen folgt dabei auf eine Ansparzeit bei der Geld angelegt wird eine Kreditphase in der die Bausparer das Anrecht auf einen preiswerten Kredit haben. Der Staat fördert Bausparen über die Arbeitnehmersparzulage und die Vermögenswirksamen Leistungen (VL).

Der Ablauf eines Bausparvertrages folgt dabei festen Regeln:

  1. In der sogenannten Sparphase wird dabei Vermögen angelegt. Dabei wird häufig mit mit einer festen monatlichen Rate gespart und das Guthaben fest verzinst. So wird das Eigenkapital für die Investition zusammen gespart.
  2. Ist das Sparziel erreicht erfolgt die Zuteilung, sprich der Kredit kann in Anspruch genommen werden. Dafür muss ein Mindestguthaben erreicht sein. Teilweise wird auch eine Mindestvertragsdauer oder eine Mindestbewertungszahl gefordert.
  3. In der Darlehensphase wird der zugeteilte Kredit abbezahlt. In den meisten Fällen sind es normale Annuitätendarlehen die ausgereicht werden und die mit festem Betrag abbezahlt werden. Der Kreditzins ist dabei billiger als der normale Markzins und über die gesamte Laufzeit fest.

Das Darlehen ist an bestimmte Verwendungsmöglichkeiten gebunden und in erster Linie für wohnwirtschaftliche Maßnahmen gedacht.

Die Probleme mit der Marktlage

Bausparverträge haben derzeit ein Problem: die Zinsen sind niedrig. Auch ohne einen Bausparvertrag bekommen Bauherren günstige Kredite und die Festzinsen aus den Bausparverträgen sind teilweise teurer als die Marktzinsen. Daher ist es für viele Anleger kaum noch interessant in Bauspar-Verträge zu investieren.

Oft werden die Bausparverträge daher nur noch zum Vermögensaufbau genommen. In der Ansparphase sind die Zinsen teilweise etwas höher als auf dem normalen Markt und danach wird das Darlehen nicht in Anspruch genommen oder von Anfang an ganz darauf verzichtet.

Kritik an Bausparverträgen

Die Stiftung Warentest hat Bausparer unter die Lupe genommen und dabei einige Punkte entdeckt die man kritisch hinterfragen sollte. Besonders bei der Beratungsqualität gab es Probleme. Bei vielen Filialen wurden die tester deutlich schlechter beraten als im Internet (Finanztest 2/2015):

Bei 10 von 17 Bausparkassen war die Qualität der Angebote im Internet besser als in der Mehr­zahl der Filialen. Online­vorschläge der Deutschen Bank, der Bausparkasse Mainz und BHW schlugen jeweils sogar das beste der sieben Angebote, die unsere Test­kunden in den Filialen der drei Bausparkassen erhalten hatten. Zumindest in einfachen Fällen liefern die meisten Online­rechner ordentliche Ergeb­nisse. Fast die Hälfte der Spar­vorschläge im Test waren gut oder sehr gut, keiner war mangelhaft

Allerdings weisen die Tester auch darauf hin, dass es bei Online Rechnern dann Probleme gibt, wenn die Finanzierung komplexer ist und von den Standard-Verträgen abweicht. In solchen Fällen ist der Bankberater besser.

By | 2017-05-22T11:52:57+00:00 Juli 8th, 2015|Bausparen|0 Comments

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