Die Zinsen sind schon seit längere Zeit auf einem historisch niedrigem Niveau und die EZB bestraft Banken derzeit sogar dafür, wenn sie kurzfristig Geld bei der EZB parken wollen. Der Satz der Einlagefazilität liegt derzeit bei -040 Prozent, dass heißt Banken zahlen für 100 Euro, die sie parken, 40 Cent Strafgebühren. Statt mit Geldanlage Geld zu verdienen, müssen die Banken derzeit oft sogar noch Geld bezahlen.

Verbraucher leiden und dieser Politik gleich doppelt. So gibt es selbst auf längerfristige Anlage kaum noch Zinsen. Auf das normale Girokonto werden ohnehin bei fast allen Banken keine Zinsen mehr bezahlt (siehe http://www.anleger-betrug.de/girokonto-vergleich)  und selbst im langfristigen Bereich sind die Sätze auf 1 bis maximal 2 Prozent gesunken. Mit Geldanlage ist derzeit also kaum Geld zu verdienen.

Kaum noch Zinsen

Dazu erhöhen die Banken aber auch die Gebühren für die normalen Dienstleistungen, um die Ausfälle aus dem Anlagegeschäft zu kompensieren. Das kann wie bei der Postbank die Kontoführungsgebühren betreffen, die angehoben werden müssen, es kann aber auch Bereiche betreffen, bei denen es nicht so klar ist, ob diese Preiserhöhungen rechtens sind.

Gebühren – zum Teile auch ohne Rechtsgrundlage

So hat der Bundesgerichtshof (BHG) erst die pauschalen Überziehungsgebühren von zwei Instituten (Deutsche Bank und Targobank) für nicht zulässig erklärt (Aktenzeichen XI ZR 9/15 und XI ZR 387/15). Die Banken hatten bei einer Kontoüberziehung pauschale Kosten in Rechnung gestellt: zwar nur 6.90 Euro bei der Deutschen Bank aber trotzdem für viele Kunden ein Ärgernis.

Nichts rechtens, urteile der BGH und schrieb dazu:

Der u. a. für das Bankrecht zuständige XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat in zwei im wesentlichen Punkt parallel gelagerten Revisionsverfahren entschieden, dass vorformulierte Bestimmungen über ein pauschales „Mindestentgelt“ für geduldete Überziehungen (§ 505 BGB*) zwischen einem Kreditinstitut und einem Verbraucher unwirksam sind.

Und weitere heißt es in der Begründung:

Die Klauseln benachteiligen die Kunden der Beklagten auch in unangemessener Weise, zumal sie gerade bei niedrigen Überziehungsbeträgen und kurzen Laufzeiten zu unverhältnismäßigen Belastungen führen. Denn bei einer geduldeten Überziehung von 10 € für einen Tag und dem hierfür in Rechnung zu stellenden Betrag von 6,90 € in dem Verfahren XI ZR 9/15 bzw. von 2,95 € in dem Verfahren XI ZR 387/15 wäre ein Zinssatz von 25.185% p.a. bzw. von 10.767,5% p.a. zwischen den Parteien zu vereinbaren.

Es st aber zu erwarten, dass die Banken weiterhin erfinderisch sein werden, wenn es um neuen gebühren geht und es ist leider nicht zu erwarten, dass die Gerichte immer so verbraucherfreundlich entscheiden. Man sollte daher in jeden Fall kritisch bleiben und eventuell Änderungen genau hinterfragen.

Die Presse wird aufmerksam

Das Thema Vertrauen in die Banken ist mittlerweile auch in der Öffentlichkeit angekommen und wird beispielsweise im Fernsehen diskutiert. Die Talkshow „Hart aber fair“ versuchte in der Sendung vom 24.10.2016 beispielsweise dem Anlagegeschäft etwas näher zu kommen. In der Ankündigung hieß es:

Den Banken geht das Geld aus. Schrumpfzinsen und schärfere Auflagen verderben das Geschäft. Dazu die Altlasten aus den Zocker-Zeiten. Sind erhöhte Gebühren und Schummel-Verträge eine Art Notwehr auf Kosten der Kunden? Und was, wenn das alles nicht reicht?

Kritisiert wurde vor allem, dass die Beratung immer noch oft nicht auf den Kunden zugeschnitten ist bzw. Produkte empfiehlt, die nicht zum Anlageziel des Kunden passen. Aber sehen Sie selbst …

Das Video zu Sendung

By | 2017-05-22T11:52:57+00:00 Oktober 26th, 2016|Allgemein|0 Comments

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